Pflastersteine Verlegen

1. Verbund- und Beton Pflastersteine

Pflastersteindecken sind eine interessante Alternative zu Befestigungen aus Asphalt. Das Verhalten von Beton Pflastersteinen unter Verkehr wird beeinflusst durch Gestaltung, Grösse und Höhe der Steine, das Verlegemuster und den Verband. Die Festigkeit der Steine, das Bettungs- und Fugenmaterial, sowie Unterbau und Baugrund, sind weitere, wesentliche Einflussfaktoren. Beton Pflastersteine sind weitgehend frost- und witterungsbeständig.

Die Steinform kann von entscheidendem Einfluss auf das Tragverhalten sein, vor allem auf die Spurrinnenbildung und auf die elastische Durchbiegung. Unter Verkehr bewährt haben sich Verbund Pflastersteine, verzahnte Steine, die an allen vier Rändern ineinandergreifen und die, wenn sie im Verband verlegt sind, durch ihre Grundrissgeometrie das Öffnen der Fugen parallel zur Längs- und Querachse des Verbandes verhindern. Mit einer Steinhöhe von 6–8 cm ist es mit Verbund Pflastersteinen bei fast allen Anwendungen möglich, ein Verdrehen der Steine zu verhindern. Für Beton Pflastersteine sind – abhängig von der zu erwartenden Belastung – Steinhöhen bis zu 12 cm erforderlich. Für Qualitäts- und Masstoleranzen gelten die SIA-Normen und die Swissbeton-Standards.

2. Hydroaktive Verbund- und Beton Pflastersteine

Die negativen Auswirkungen von versiegelten Flächen auf die Umwelt haben die Entwicklung von wasseraufnahmefähigen und wasserdurchlässigen Ökobelägen nachhaltig beeinflusst und gefördert.

PflastersteineSickerbeläge sind Pflastersteine aus offenporigem Beton. Sie haben die Fähigkeit, das anfallende Wasser durch die Poren in den Untergrund versickern zu lassen. Sie nehmen aber auch Verschmutzung und Salz auf. (Das Eine reduziert die Sickerleistung, das Andere kann zu Abplatzungen und anderen Schäden führen).

Begrünte Ökobeläge Freiräume die z.B. mit dem E-System oder Rasengittersteinen begrünt werden, haben einen geringen Wasserabflusswert, nehmen jedoch Wasser auf und begünstigen das Kleinklima durch Einfluss auf Temperatur und Luftfeuchtigkeit.

Wasserdurchlässige Ökobeläge lassen je nach Fugenbreite Niederschläge bis 270l/s ha dauerhaft versickern. Die Sickerfugen werden mit Splitt bis Korngrösse 6 mm gefüllt

3. Baugrund und Unterbau für Pflastersteine

Baugrund und Unterbau müssen der zu erwartenden Belastung entsprechen. Für Beläge unter Verkehr sind die VSS-Richtlinien zu beachten. Besitzt der Baugrund keine ausreichende Versickerungsfähigkeit, muss der Oberbau verstärkt werden und das anfallende Wasser mit Drainagen in sickerungsfähige Bereiche abgeleitet werden.

4. Oberbau und Bettung für Pflastersteine

Der Oberbau muss das eintretende Wasser rückstaulos an Unterbau und Baugrund abgeben können, damit die Standfestigkeit des Belages nicht beeinträchtigt wird. Beim Einsatz wasserdurchlässiger Befestigungen ist mit vermehrtem Auftreten von Wasser im Oberbau zu rechnen. Es darf nur Wandkies, Kies 0–32 oder Schotter schichtweise eingebracht und verdichtet werden. Für Befestigungen unter Verkehr sind die VSS-Richtlinien zu beachten. Die Bettungsschicht soll in verdichtetem Zustand mindestens 30 mm, aber höchstens 50 mm betragen. Als Material wird entsprechend der Belagsanforderung ein Sand/Splitt- oder ein Glassplitt-Gemisch 0–8 mm oder Splitt 3–6 mm empfohlen. Rundkies 4–8 mm oder 8–16 mm ist unstabil und als Bettungsmaterial ungeeignet.

Für begrünte Ökobeläge eignet sich ein Sand/Splitt-Gemisch unter Beimischung von Humus. Für wasserdurchlässige Ökobeläge wird Splitt 3–6 mm empfohlen. Beim losen Einbau des Bettungsmaterials ist zu berücksichtigen, dass sich die Bettung durch das Einvibrieren der Steine um 5–10 mm verdichtet, entsprechend der Schichthöhe und dem Verdichtungsmass des eingesetzten Materials.

5. Verlegehinweise für Plastersteine

Bereits bei der Planung ist zu berücksichtigen, ob die Beton Pflastersteine von Hand oder maschinell verlegt werden sollen. Mit einer Verlegemaschine können (belagsabhängig und bei guter Vorbereitung) Verlegeleistungen bis zu 700 m2/Tag erreicht werden.

Die Massangaben der Plastersteine sind System- und Rastermasse. Beim Verlegen der Pflastersteine sind,  unabhängig von Distanz- und Abstandhaltern an den Steinen, durch Schnurkontrolle die System- und Rastermasse einzuhalten. Die Fugen werden mit fortschreitender Verlegung laufend verfüllt und eingewischt. Das Fugenmaterial muss auf das Bettungsmaterial abgestimmt sein. Trockener, gewaschener Sand 0–4 mm in der Norm sieblinie (ohne abschlämmbare Fein – anteile) soll für Fugen bis 4 mm verwendet werden.

Für begrünte Ökobeläge eignet sich ein trockenes Humus/Sand-Gemisch unter Beimischung von Rasensamen. Für eine dauerhafte, satte Begrünung ohne Unkarut kann Sie ein Fachmann beraten. Für wasserdurchlässige Ökobeläge müssen die systembedingten Fugen und Freiräume mit Splitt 3–6 mm verfüllt werden.

Mit einem Flächenvibrator mit Gummirollen oder mit einem Kunststoffüberzug wird der gut gereinigte Belag immer vom Rand zur Mitte bis zur Standfestigkeit abgerüttelt. Nach dem Abrütteln hat sich der Fugensand etwas gesetzt, und es muss deshalb nochmals nachgesandet werden. Auch wenn es nicht so schön aussieht, hat es sich doch in der Praxis bewährt, etwas Sand auf der Fläche liegenzulassen. Unter Regen- und Verkehrseinfluss setzt sich der Sand nochmals, und der zunächst überschüssige Sand füllt die Fugen wieder und verschwindet somit von alleine.

Nach dem zweiten Einsanden ist die Befestigung sofort benutzbar. Der Einsatz von Kehrmaschinen mit Saugvorrichtung ist in den ersten Monaten zu vermeiden. Innert dieser Zeit verfestigt sich der Fugensand durch Witterungseinwirkung. Sollten sich im Laufe der Zeit die Fugen leeren, ist nochmals nachzusanden.

Befestigungen mit Pflastersteinen aus Beton haben im allgemeinen eine Lebensdauer von mehr als 20 Jahren. Sollten dennoch einzelne Pflastersteine durch unsachgemässe Behandlung schadhaft geworden sein, können diese leicht ersetzt werden. Dazu ist eine Lagerhaltung aus Resten der Anlieferung zweckmässig.

Helle, feine und geschlossene Oberflächen haben bessere Lichtwerte, trocknen schneller ab und hemmen die Rutschgefahr bei Eisbildung.

Versetzmuster finden sie im Pflastersteine Verlegemuster Informationsblatt

Verlegehinweise für Pflastersteine ARENA finden Sie in folgendem kurzen Video Pflastersteine ARENA Verlegen